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Schramböck: Afrika ist ein Land – Warum ist die Aussage problematisch?

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Wirtschafts- und Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) bezeichnet am 13. Februar 2022 in einer ORF-Schaltung Afrika zweimal als Land und sorgt damit im Netz für Kritik. In einem Entschuldigungsvideo am 15. Februar meint Schramböck, ihr sei der sprachliche Fehler unterlaufen, weil sie an ihren kürzlichen Besuch in Afrika gedacht habe und dabei den Gedanken “Was für ein schönes Land“ im Kopf hatte. Zudem entschuldigt sich die Ministerin bei allen “Geografen“ Österreichs.

Die ursprüngliche Aussage bei der ORF-Zuschaltung:

Das Entschuldigungsvideo von Ministerin Schramböck:

Warum ist die Aussage „Afrika ist ein Land“ problematisch?

Einen Kontinent mit 55 Ländern und über 1,1 Milliarden Menschen als Land zu bezeichnen ist verallgemeinernd und kann als rassistisch gewertet werden. Afrika leidet noch immer unter den Folgen des Kolonialismus. Das Denken, “Afrika sei einfach nur ein Land“ ist daher herabwürdigend und unsensibel. Afrika ist ein gigantischer Kontinent mit tausenden unterschiedlichen sowie vielfältigen Kulturen.

Was ist Kolonialismus?

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts besetzten europäische (See)Mächte, wie Großbritannien, Spanien, Portugal und Frankreich, Länder in anderen Erdteilen und machten diese zu Kolonien. Einwohner der kolonialisierten Länder waren oft ihren Herrschern untertan und hatten keine eigenen Rechte.

Schramböck entschuldigt sich bei den Geografen Österreichs

In den Sozialen Medien wird Ministerin Schramböck zudem kritisiert, dass sie sich zwar bei den “Geografen“ Österreichs entschuldigt, nicht aber bei den Menschen, die sie durch ihre rassistische Aussage beleidigt hat.