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LGBTQIA+ in Österreich: Die größten Meilensteine

Der Begriff LGBTQIA+ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexual und dem Plus, welches für alle nicht erwähnten Geschlechtsidentitäten sowie sexuellen Orientierungen steht) bezeichnet allgemein Personen, die nicht heterosexuell orientiert sind.

Auch wenn es homosexuellen Paaren mittlerweile erlaubt ist zu heiraten (seit 2019) und theoretisch ein Kind zusammen zu adoptieren (seit 2016), gibt es noch viele Missstände und Ungerechtigkeiten betreffend der LGBTQIA+ Community in Österreich.

Beispielsweise ist es möglich, dass Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung der Zugang zu Dienstleistungen verwehrt wird, weil das Gleichbehandlungsgesetz zwar Personen aufgrund ihres Geschlechts, ethnischer Herkunft und Behinderungen berücksichtigt, aber nicht die sexuelle Orientierung oder Religion inkludiert.

Österreich hat noch einen weiten Weg zu gehen, bis alle Mitglieder der LGBTQIA+ Community frei von Diskriminierung leben können.

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©Martin Darling – viennapride.at

Wofür steht LGBTQIA+?

LGBTQIA+ Beschreibt die Gemeinschaft aller Menschen, welche nicht heterosexuell orientiert sind. Der Begriff ist ein Akronym für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexuell und dem Plus, welches für alle nicht erwähnten Geschlechtsidentitäten sowie sexuellen Orientierungen steht.

  • Lesbian: Frauen, die sich zu anderen Frauen hingezogen fühlen.
  • Gay: Männer, die sich zu anderen Männern hingezogen fühlen.
  • Bisexual: Personen, die sich zu zwei oder mehr Geschlechtern hingezogen fühlen.
  • Transgender: Personen, die sich nicht mit ihrem angeborenen Geschlecht identifizieren.
  • Queer: Personen, deren geschlechtliche Identität sowie sexuelle Orientierung von der gesellschaftlichen Norm abweicht.
  • Intersexual: Personen, bei denen das biologische Geschlecht nicht eindeutig einem weiblichen oder männlichen Körper zugeordnet werden kann.
  • Asexual: Personen, die keine oder nur kaum sexuelle Anziehung gegenüber anderen Personen empfinden.
  • Und auch Aromantic: Personen, die keine oder kaum romantische Anziehung gegenüber anderen Personen fühlen
  • +: Das Plus steht für alle Personen mit Geschlechtsidentitäten, die zuvor noch nicht erwähnt wurden.

Unterschied zwischen romantischer und sexueller Orientierung:
Die sexuelle Orientierung beschreibt die erotische sowie emotionale Orientierung gegenüber Personen aufgrund ihres Geschlechts. Die romantische Orientierung beschreibt die Anziehung gegenüber Personen, mit denen man eine Liebesbeziehung eingehen will. Es ist möglich, von einem Geschlecht sexuell angezogen zu sein, während man romantisch von einem anderen Geschlecht angezogen ist.

LGBTQIA+ steht gleichzeitig auch für die Sammelbewegung aller Personen, deren Orientierung innerhalb des Begriffs fällt, und die sich gegen die Diskriminierung von LGBTQIA+ Personen einsetzen.

LGBTQIA+ auf zwei Hände gemalt

Welche Meilensteine wurden schon erreicht?

Die meisten Verbote rund um LGBTQIA+ Personen befassten sich mit homosexuellen Personen. Bis 1971 waren sexuelle Aktivitäten zwischen homosexuellen Erwachsenen verboten. Auch sind gleichgeschlechtliche Ehen in Österreich erst seit 2019 möglich.

In der folgenden Liste siehst du wann was geändert wurde.

  • Legalisierung sexueller Aktivitäten zwischen homosexuellen Erwachsenen (seit 1971)
  • Schutzalter (das Alter, ab dem Personen juristisch einwilligungsfähig sind bzgl. sexuellen Handlungen) für homosexuelle Personen wird auf 14 Jahre runtergesetzt – also das gleiche Alter, wie bei heterosexuellen Personen (seit 2002)
  • Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare
  • Diskriminierungsschutz im Arbeitsumfeld (seit 2004)
  • Diskriminierungsschutz bezüglich Geschlechtsidentitäten (seit 2004)
  • Das Recht, sein Geschlecht zu ändern (2009)
  • Die Möglichkeit des dritten Geschlechts (2018)
  • Ehe für gleichgeschlechtliche Paare (seit 2019)

Das Gleichbehandlungsgesetz soll Menschen vor Benachteiligungen schützen, wenn diese aufgrund der Geschlechts- oder ethnischen Zugehörigkeit passieren. Zudem sind auch Menschen mit Behinderungen im Diskriminierungsschutz inkludiert. Man kann jedoch weiterhin Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung den Zugang zu Dienstleistungen verwehren.

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Dominik Steinmair – viennapride.at

Welche Meilensteine müssen noch erreicht werden?

Trotz der Meilensteine für die LGBTQIA+ Community, welche in den letzten Jahren erreicht wurden, muss in Österreich noch eine Menge passieren. Unter anderem ist es noch immer möglich, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung den Zugang zu Dienstleistungen zu verwehren. Auch dürfen homosexuelle Männer nur dann Blutspenden, wenn sie mindestens ein Jahr sexuell abstinent waren. Eine wirkliche Aufklärung rund um die LGBTQIA+ Community ist auch noch nicht in den Lehrplänen der Schulen verankert.

Die nächsten fünf Punkte sollen beispielhaft zeigen, in welchen Bereichen es noch Veränderungen geben muss. Natürlich sind das nicht die einzigen Missstände bezüglich der LGBTQIA+ Personen in Österreich und es noch viele mehr.

Diskriminierung bei Dienstleistungen

Das Gleichbehandlungsgesetz soll Benachteiligungen bei dem Zugang zu Dienstleistungen dann verbieten, wenn diese aufgrund des Geschlechts- und/oder ethnischen Zugehörigkeit passieren. Auch Menschen mit Behinderungen sind in diesem Gesetz inkludiert.

Es ist jedoch weiterhin möglich, dass zum Beispiel ein Hotelier ein Pärchen aufgrund dessen Religion oder sexuellen Orientierung ablehnt .

Diskriminierung im Alltag

Laut einer Sora-Studie aus dem Jahr 2020 gaben 73% der befragten homosexuellen und bisexuellen Personen in Österreich an, dass sie in den letzten drei Jahren Situation erlebt hatten, wo sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert wurden. Zudem weisen sie eine drei Mal so hohen Wahrscheinlichkeit auf, in mindestens einem der vier untersuchten Lebensbereiche (Arbeit, Wohnen, Gesundheit & Bildung) eine Schlechterstellung erlebt zu haben.

Auch wenn es immer mehr gesetzliche Regelungen gibt, um die Gleichstellung aller Menschen zu gewährleisten, ist währenddessen die gesellschaftliche Akzeptanz noch lange nicht dort, wo sie sein sollte.

Adoption

In Österreich ist es gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt, zusammen Kinder zu adoptieren. Dieser Prozess ist aber generell sehr langwierig und bürokratisch und erfordert viel Geduld und Engagement von allen Beteiligten.

Schulische Bildung bezügliche sexueller Orientierung und der eigenen Identität

Für viele Personen, die sich mit ihrem angeborenen Geschlecht nicht identifizieren und/oder deren sexuelle Orientierung von der gesellschaftlichen Norm abweicht, ist es schwer, sich selbst zu akzeptieren. Leider gibt es bis heute keine ausführlichere Aufklärung bezüglich der sexuellen Orientierung sowie der eigenen Identität bezogen aufs Geschlecht in den österreichischen Schulen. LGBTQIA+ Personen sind so auf sich alleine gestellt und haben oft keinerlei Unterstützung bei der Findung ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität.

Eingeschränktes Blutspenden für homosexuelle Personen

Seit 2019 ist es homosexuellen Männern möglich, Blut zu spenden, aber nur unter der Bedingung, mindestens ein Jahr nicht sexuell aktiv gewesen zu sein. Obwohl es in den letzten Jahren mehrere Versuche gab, diese Beschränkung abzuschaffen, gab es bis heute keine erfolgreiche Reform.

Wir waren bei der Vienna Pride Parade 2021 vor Ort und haben die besten Momente eingefangen. Den Artikel dazu findest du hier: