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Der Austrian World Summit 2021

Der Klimawandel. Wie oft haben wir schon davon gehört? Wahrscheinlich öfter als uns lieb ist. Doch wir müssen darüber reden, denn seine Auswirkungen sind zu groß, um sie zu ignorieren – von großen Hitzewellen über Überflutungen bis hin zu Hurricanes und vieles mehr. Schon seit Jahrzehnten fordern zahlreiche Menschen mehr Klimaschutz und schnell wurde klar, dass es hierfür der globalen Zusammenarbeit bedarf.

Somit wurde vor vier Jahren wurde der Austrian World Summit ins Leben gerufen, einer der größten Umweltgipfel weltweit. Es wurden bereits knapp 1300 Berichte über den diesjährigen Austrian World Summit 2021, der Anfang Juli stattfand, verfasst, die geschätzte 2,1 Milliarden Menschen weltweit erreichten. All dies mit dem Ziel der globalen Kooperation und mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. 

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Themen und den Zielen des Austrian World Summits, setzen uns kritisch mit dessen Effektivität auseinander und rufen uns in Erinnerung, was der Klimawandel ist und wie sich dieser auf die Erde auswirkt. 

Was ist der Austrian World Summit

Der Austrian World Summit ist einer der größten Umwelt- und Klimagipfel der Welt. Er findet jedes Jahr in der Spanischen Hofreitschule in Wien statt und hat zum Ziel, Lösungsansätze zur Bewältigung der Klimakrise international zu präsentieren. Für seine Leistungen von herausragender europäischer Bedeutung wurde dem Summit 2019 der Europäische Kulturpreis Taurus verliehen. 

Der Gipfel selbst versteht sich als Knotenpunkt zwischen Vertretern der Wirtschaft, der Finanzen, NGOs und sowohl lokaler als auch nationaler Regierungen, denn schließlich bringt der Klimawandel nicht bloß Umweltprobleme mit sich, sondern auch ökonomische und soziale. 

Austrian World Summit 2021 // © The Schwarzenegger Climate Initiative
Austrian World Summit 2021 // © The Schwarzenegger Climate Initiative

Wer waren die Vertreter des Austrian World Summits 2021? 

Jedes Jahr sprechen Vertreter aus den verschiedensten Branchen und Regierungen auf dem Austrian World Summit 2021: Staatsoberhäupter, einzelne Regierungsmitglieder, CEOs, Aktivisten, etc. Sie alle bringen ihre Forderungen und Lösungsansätze vor – coronabedingt dieses Jahr entweder in Person oder digital zugeschaltet. 

Hier ist eine Auswahl diverser Sprecherinnen und Sprecher des diesjährigen Summits: 

  • Arnold Schwarzenegger (Gründer der Schwarzenegger Climate Initiative
  • Alexander Van der Bellen (Bundespräsident von Österreich) 
  • Sebastian Kurz (Bundeskanzler von Österreich) 
  • Leonore Gewessler (Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie in Österreich) 
  • Angela Merkel (Bundeskanzlerin von Deutschland) 
  • Wavel Ramkalawan (Präsident der Seychellen) 
  • Carlos Quesada (Präsident von Costa Rica) 
  • Antonio Guterres (Generalsekretär der Vereinten Nationen) 
  • Greta Thunberg (schwedische Klimaaktivistin) 
  • Jim Farley (CEO Ford Motor Company) 
  • Rodolphe de Campos (CFO IKEA Österreich) 
  • Rowan Barnett (Leiter von Google.org EMEA & APAC) 
  • Werner Hoyer (Präsident der Europäischen Investment Bank) 

Welche Themen wurden auf dem Austrian World Summit 2021 besprochen? 

Unter dem Motto „Healthy planet, healthy people“ wurden beim diesjährigen Austrian World Summit 2021 unter anderem die Themen des Wiedereintretens der USA in das Pariser Klimaabkommen, des European Green Deals und der Umweltverschmutzung behandelt. 

Mit der Auseinandersetzung dieser Themen und den vorgebrachten Lösungsansätzen zur Problembekämpfung, hofften die Veranstalter, die Welt zu einem besseren und gesünderen Planeten zu machen.

Dabei wurden am Austrian World Summit 2021 allerdings nicht bloß große Konzerne oder Regierungen angesprochen, sondern auch die Macht, die wir als Konsumenten haben, wurde betont. Insofern diente die mediale Lenkung auf solche Themen durch den Austrian World Summit 2021 auch als Inspiration für gewöhnliche Menschen, damit auch wir unseren Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. 

Doch wozu das alles? Wieso muss etwas gegen den Klimawandel unternommen werden? Dazu muss man verstehen, wie sich die globale Erderwärmung auf unserem Planeten bemerkbar macht: 

Arnold Schwarzenegger beim Austrian World Summit 2021 // © The Schwarzenegger Climate Initiative
Arnold Schwarzenegger beim Austrian World Summit 2021 // © The Schwarzenegger Climate Initiative

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Erde aus? 

Durch die globale Erderwärmung wird kurz gesagt das Klima komplett auf den Kopf gestellt: Extreme Wetterverhältnisse nehmen nicht bloß in ihrer Häufigkeit, sondern auch in ihrer Intensität zu. Zudem schmilzt an manchen Orten das Eis – dies lässt sich auch an den Gletschern Österreichs erkennen – und Dürren nehmen zu, anderenorts gibt es mehr Niederschlag, was zu Überflutungen führt. 

Aktuell lassen sich diese Auswirkungen an unterschiedlichen Ecken der Welt beobachten: Der Hitzerekord von Kanada wurde im Juli mit 47,9 Grad Celsius gebrochen. Kurz zuvor verwüstete ein Tornado Teile Tschechiens. Im Juni wüteten Hagelstürme quer über Europa und verursachten Schaden in Millionenhöhe. Waldbrände in Australien und Kalifornien, der Türkei, Griechenland und dem Balkan zerstörten Land und Leben, … 

Bei Naturkatastrophen dieser Art der letzten 20 Jahre sind mindestens 1,2 Millionen Menschen gestorben und die Weltwirtschaft musste in Folge derer einen Verlust von knapp 3 Billionen US-Dollar verkraften. In Österreich gab es im Jahr 2018 allein doppelt so viele Hitzetote als Verkehrstote. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) hat sich die Häufigkeit extremer Wetterverhältnisse zwischen 2000 und 2019 um 83% im Vergleich zu 1980-1999 erhöht, Tendenz weiterhin steigend. 

Darüber hinaus gibt es auch indirekte Folgen des Klimawandels wie etwa Nahrungsmittelengpässe, höhere Preise für Grundnahrungsmittel oder Flüchtlingsströme. Bereits vor drei Jahren berichtete der Standard, dass laut Experten durch den Klimawandel die Gefahr für Pandemien wachsen wird.… Es ist ernst. Und es ist Zeit zu handeln. Und die Politik kam schon vor Jahren zu dem Entschluss, dass es für diese Krise an globaler Zusammenarbeit bedarf – ein Schritt in Richtung globale Kooperation ist der Austrian World Summit und das Pariser Klimaabkommen. 

Das Pariser Klimaabkommen

Das Pariser Klimaabkommen ist ein internationaler Vertrag der Klimapolitik, welches zum Ziel hat, die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Werten zu halten. Die 190 Länder, die dieses Abkommen unterzeichneten, verpflichteten sich dazu, auf nationaler Ebene zur Emissionsreduktion beizutragen. Dadurch sollen die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null gesenkt und im Zuge dessen die globale Erderwärmung gedämpft werden. 

Was ist das Gute an Klimagipfeln? 

Große Gipfel wie der Austrian World Summit 2021 oder die UN-Klimakonferenz fördern die globale Zusammenarbeit, führen zu einem Austausch von Ideen, im Idealfall zu einer gemeinsamen Vorgehensweise bei der Problembewältigung und vor allem auch zu einer steigenden Wahrnehmung der Klimakrise unter der Bevölkerung. 

Befürworter weisen insbesondere auf die Wichtigkeit von internationaler Zusammenarbeit hin, ein einzelnes Land alleine könne niemals das Klima retten. „Mit weniger Emissionen und mehr Verantwortung gegenüber dem Planeten“ brauche es laut Österreichs Kanzler Kurz weltweit geltende Standards, die „Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und soziale Verantwortung in Einklang bringen“.

Und wie sollte die Welt zusammen kommen, wenn nicht auf länderübergreifenden Klimagipfeln? Darüber hinaus wird beispielsweise auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen auch den ärmeren Ländern der Welt, die am schwächsten und gleichzeitig häufig am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, die Möglichkeit geboten, ihre Stimmen einzubringen. 

Was wird an internationalen Gipfeln kritisiert? 

Große Konferenzen sind allerdings nicht unumstritten: Während Arnold Schwarzenegger den Austrian World Summit 2021 als „erfolgreich“ bezeichnet und auch Bundeskanzler Sebastian Kurz die Wichtigkeit des „internationalen Ansatzes“ in diesem „globalen Kampf“ betont, sprechen Kritiker von leeren Versprechungen und reiner Show. 

Eine große Kritikerin ist Greta Thunberg. Die schwedische Klimaaktivistin betonte auf ihrer Rede auf dem Austrian World Summit 2021 die Verantwortung der Regierenden und den wachsenden Druck von der Bevölkerung.

Allerdings sprach sie auch vom falschen Spiel der Politik, die den Menschen vormacht, sich groß um die Umwelt zu scheren, es ihr dabei aber letztendlich nur um einen Gewinn an „Stimmen, Beliebtheit, Punkte an der Börse oder ihre nächste hochbezahlte Position“ geht. Zwar wäre die Grundidee der Netto-Null-Emissionen gut, allerdings seien die Zielvorstellungen realitätsfern und voller Schlupflöcher. 

"There is NO Planet B" Plakat auf einer Klimademo
„There is NO Planet B“ Plakat auf einer Klimademo

Thunberg kritisierte insbesondere die reichen Länder des Westens, die vorgeben, grüne Politik zu betreiben – „was auch immer grün heißen mag“ – und gleichzeitig Millionenbeträge in fossile Brennstoffe wie etwa Kohle, Erdöl und Erdgas investieren. Ein Widerspruch, ein Paradoxon, eine Tatsache, der sich immer mehr Menschen global bewusstwerden. Mit einem wachsenden Umweltbewusstsein werden Forderungen nach sauberer Energie und nachhaltigem Wirtschaften lauter: Bewegungen wie Fridays for Future ziehen seit Jahren Hundertausende Demonstrierende an.

Wie Greta Thunberg es in Worte fasste: „Ihr könnt und werdet natürlich entscheiden, weiterhin eure Rolle zu spielen, eure Sätzchen aufzusagen und eure Kostüme zu tragen. Ihr könnt und werdet weiterhin etwas vorspielen, aber die Natur und die Physik wird darauf nicht hereinfallen. Die Natur und die Physik werden von eurem Theater weder unterhalten noch abgelenkt. Das Publikum ist müde geworden. Die Show ist vorbei.“ 

Wie kann man große Klimakonferenzen verbessern? 

Kritisch gegenüber Klimagipfeln zu sein bedeutet nicht, das gesamte Konzept verwerfen zu wollen. Vielmehr wird die gute Grundidee als ausbaufähig aufgefasst: Zu den großen Eckpunkten dazu gehören in etwa realistische und doch ambitionierte Ziele, strengere Kontrollen bei deren Umsetzung sowie mehr Mitspracherecht für die Jugend und die Zivilgesellschaft. 

„Die kurzsichtige Politik der Minimalkompromisse wird erst dann ein Ende finden, wenn den Hauptbetroffenen der Klimakrise endlich das nötige Gehör geschenkt wird und Klimakonferenzen nicht zu Bühnen der Selbstinszenierung verkommen.“, so Konrad Rehling, Geschäftsführer der NGO Südwind. 

So sehr man große Konferenzen wie den Austrian World Summit 2021 auch kritisieren kann, einige Meilensteine wie das Hervorgehen des Pariser Klimaabkommens aus der UN-Klimakonferenz sind unbestreitbar. Natürlich ist auch dieses verbesserbar und umstritten, jedoch zeigt es nichts desto trotz das vorhandene Bewusstsein der Menschheit, dass gehandelt werden muss und dass dies vereint geschehen muss. Wo ein Wille, da ein Weg und etwas ist immerhin besser als nichts – wie effektiv die gesetzten Maßnahmen allerdings sein werden, wird sich erst in Zukunft zeigen. 

Quellen
austrianworlsummit.com 
ec.europa.eu 
advantageaustria.org 
oesterreich.gv.at 
e360.yale.edu 
suedwind.at 
oesterreich.gv.at 
twi-global.com 
moment.at