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Instagram stirbt… Wie du deinen Insta Feed retten kannst

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Es ist kein Geheimnis, dass Facebook bzw. Meta (der Mutterkonzern von Facebook und Instagram) immer eifrig am Algorithmus herumschraubt, um dir und uns das beste Nutzererlebnis forever zu bieten. Alle paar Monate ändern Plattform-Updates den Instagram-Algorithmus. Allerdings hat man oft das Gefühl, dass das, was man im Feed aufgetischt bekommt, Jahr für Jahr schlechter wird. Statt Freunden sieht man heute oft irgendwelche Memes und Comedy Content – und das ist eigentlich schade.

Anfang 2022 hat Instagram einige Änderungen des Algorithmus offiziell bekannt gegeben und dass sie ihren Fokus fortan verstärkt auf Videocontent legen. Der Instagram CEO Adam Mosseri veröffentlicht oft Statements auf seinem Instagram Account, die die Änderungen und Pläne für Nutzer*innen der App nachvollziehbarer machen sollen – wie auch bei den Änderungen die wir nun alle zu spüren bekommen:

Info: Bevor wir uns tiefer ins Thema reinyeeten sei jedoch gesagt: Da technische Hintergründe bei Instagram und anderen Social Media Plattformen nicht offen zugänglich sind, basiert dieser Artikel Großteiles auf gesammelten persönlichen Erfahrungen und Vermutungen, sowie diversen Interviews und Statements von Beschäftigten der Plattformen, die diese Vermutungen unterstützen.

Wie hat sich Instagram verändert?

Auf jeder Social-Media-Plattform ist es das Ziel, Nutzer*innen möglichst lange auf der Plattform zu halten, um Nutzerdaten zu speichern und diese für personalisierte Werbung oder Ähnliches zu verwenden. Je mehr Zeit du auf einer Plattform verbringt, desto besser weiß diese über deine Interessen bescheid und kann gezieltere Aussagen über deine Person treffen. Auch wenn Social Media gratis ist, im Endeffekt zahlst du mit deinen Nutzerdaten, die dann an andere Firmen weiterverkauft werden.

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Instagram Feed – Geschäft mit Nutzerdaten // Unsplash

Ist bestimmter Content zwar gut, erreicht aber weniger Interaktionen oder Screentime, kann es passieren, dass dieser deutlich weniger Reichweite bekommt. Wir bei floo spüren das auch. Seit einer Umstellung Anfang des Jahres ist die Reichweite vieler Creator*innen auf der Plattform eingebrochen. Aber warum ist das so – und was hat sich geändert?

Wer entscheidet, was du auf Instagram siehst?

Diese Änderungen des berühmt berüchtigten „Algorithmus“ sind oft undurchsichtig. Böse Zungen behaupten sogar, dass keiner mehr wirklich nachvollziehen kann, warum der Algorithmus auftischt, was er tut – auch nicht die Programmierer*innen. Allerdings kann ein Algorithmus beeinflusst werden.

Ein Algorithmus ist ein Regelwerk, das nach bestimmten Parametern (z.B. die Menge an Likes, Zeit, die du auf einem Post verbringst, die Menge an Interaktionen und Kommentare etc.) Entscheidungen trifft. Basierend auf ähnlichen Interessen anderer Nutzer bekommst du so bestimmte Posts vorgeschlagen. Jeder Post wird an einer kleineren Gruppe „getestet“ – interagieren diese durchschnittlich oder überdurchschnittlich gut, wird der Post verstärkt ausgespielt.

Seit Jahren gibt es User*innen, die behaupten, den Algorithmus „geknackt“ zu haben. Meistens bedeutet das vereinfacht gesagt einfach, dass diese Personen herausgefunden haben, was der Algorithmus momentan bevorzugt.

Andere User*innen nutzen diese Bevorzugungen aus, um den Algorithmus zu beeinflussen – beispielsweise kann man immer wieder den gleichen Post hochladen, um falschen „hype“ zu generieren. Auch Bot-Netzwerke und Co. beeinflussen Trends dadurch. Aber durch die Größe und Schnelllebigkeit der heutigen Socia-Media-Plattformen wird es immer schwieriger, allein oder im kleineren Team große Trends anzustoßen – wenn es nicht gerade um Wahlmanipulation und Fake News im Großen Stil geht.

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Vergiss nicht den Arikel deinen Freunden zu empfehlen, wenn er dir gefällt 🥑 – die.floocado

Wirklichen Einfluss haben jedoch die Firmen der Plattformen selbst. Änderungen des Algorithmus zwingen Nutzer*innen sich anzupassen. Und das Ziel vieler Änderungen ist immer: Mehr Zeit auf der Plattform.

Es gibt auch Dinge, die man besser unterlassen sollte, wenn man viel Reichweite auf der Plattform haben möchte. Die Inhalte auf Instagram müssen irgendwie moderiert werden – längst sind die Fluten an Content so groß, dass das nicht mehr per Menschenhand gemacht werden kann. Daher gibt es Systeme, die die Inhalte scannen und auf Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen und Guidelines prüfen. Wenn man dagegen verstößt kann es sein, dass die Reichweite künstlich eingeschränkt wird. Das nennt man dann Shadowban.

Mehr dazu gibt’s hier in unserem Artikel:

Warum ist der Instagram Feed so schlecht?

Früher war der Feed auf Instagram chronologisch sortiert. Aufgrund der wachsenden Flut an Content hat sich die Plattform vor ein paar Jahren zur Umstellung auf einen interessensbasierten Feed entschieden. Anfang 2022 gab Instagram bekannt den Fokus der Fotoplattform mehr auf Videocontent auszurichten.

Der Feed ist also nicht mehr chronologisch. Das äußert sich zum Beispiel in dem Phänomen, dass du Tage alte Posts vor anderen angezeigt bekommst, weil der jeweilige Post gut ankommt, oder der Algorithmus empfindet, dass dir der Post gefallen könnte. Auch Creator*innen, denen du nicht folgst, erscheinen so in deinem Feed. Gekennzeichnet mit einem blauen „Folgen“ Button rechts beim Post.

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Eine weitere große Änderung ist Instagrams verstärkter Fokus auf Videocontent, sprich Reels und Stories – IGTVs gibt es ja nicht mehr. Dafür werden Reels immer länger (bis zu 90 Sekunden).  

Dieser Shift heißt nicht, dass schlechtere Inhalte vorgeschlagen werden. Allerdings stellt es eine Veränderung da, denn die meisten von uns kennen Instagram noch als reine Fotoplattform.

Funktionieren Reels so gut?

Das Vorbild TikTok hat gezeigt, dass vom Algorithmus kuratierter Videocontent einfach gut ankommt, denn das löst vor allem ein großes Problem: Überforderung durch zu viele Auswahlmöglichkeiten.

Auch unterstützt ein psychologischer Aspekt längere Nutzungszeiten auf Instagram: Da du nicht weißt, welches Video dir als nächstes angezeigt wird, bist du Neugierig und swipest weiter.

Das ist gut für die Betreiber, denn User*innen verbringen so durchschnittlich mehr Zeit auf der Plattform und können mehr Content konsumieren.

Instagram Feed - durschnittlihce Nutzung von Social Media Plattformen pro Tag
Wie du deinen instagram Feed rettest // Grafik: ©️Oberlo.de

Immer mehr Menschen produzieren immer mehr Content. Das hat zur Folge, dass es mittlerweile zu viel Inhalte und zu wenige Nutzer*innen gibt, die sich diese anschauen. Daher wird die Reichweite pro Post immer kleiner und manche Posts (die gut funktionieren) explodieren regelrecht.

Wie kann ich meinen Feed retten?

Ob ein Feed schlecht oder gut kuratiert ist, ist subjektiv. Ein einfacher Weg, den angezeigten Content etwas an seine Bedürfnisse anzupassen, ist das Nutzen der verschiedenen Feeds. Es gibt 3 Feeds zur Auswahl:

  • Interessensbasiert (Standard)
  • Chronologisch
  • Favoriten

Der chronologische Feed zeigt, wie früher, alle Posts der Accounts denen du folgst in Reihenfolge ihrer Veröffentlichung an. Zusätzlich kannst du noch einen dritten Feed auswählen: Favoriten. Du kannst einzelne Accounts „favorisieren“. Bei diesen Accounts wird dann einen Stern neben dem Namen angezeigt. Im Favoriten Feed siehst du nur deine Favoriten – auch im interessensbasierten Feed werden favorisierte Accounts früher angezeigt.

Wie kann ich den Feed auf Instagram wechseln?

Du kannst deinen Feed ändern indem du oben links auf das Instagram Logo klickst. Ein Dropdown erscheint und es stehen zwei weitere Feeds zur Auswahl: Gefolgt und Favoriten.

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Instagram Feed Oprionen // Grafik: Simon Mück

Kann ich beeinflussen was ich auf Instagram sehe?

Durch das simple Verstehen und Manipulieren der Metriken, die messen, wie gut Content ankommt, kannst du auch deinen eigenen Feed anpassen.

Du willst weniger Reels oder Fotos von Katzen? – Scroll einfach mal schneller weiter als sonst und interagiere nicht. Wenn du das öfter machst, denkt der Algorithmus, dass dich das Thema nicht interessiert und beginnt dir andere Dinge vorzuschlagen. Das ist ein langwieriger Prozess, wenn es schneller gehen soll, kann man auch auf die 3 Punkte bei einem Post klicken und bestätigen, dass dieser einen nicht interessiert.

Das sind nur Vermutungen und wurde nicht offiziell von Instagram bestätigt, vieles deutet aber darauf hin, dass Empfehlungen so funktionieren.

Eine Lösung gibt es noch. Wenn dich der Feed so sehr ankotzt, warum bist du dann überhaupt auf der Plattform? Anstatt seine Zeit zu vergeuden, könntest du mal aufhören mit dem Doomscrolling und den Sommer genießen.

Hier geht’s übrigens zu unserem freshen Doomscrolling Artikel, falls dich das Thema interessiert: