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Was Long-COVID zu einem Problem macht

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Zu Beginn der Corona-Pandemie standen vorrangig die akut Erkrankten im Vordergrund. Erst später wurde klar, dass nach einer Infektion mit dem Corona-Virus auch noch Wochen und Monate später gesundheitliche Folgen auftreten können. Auch Personen mit mildem Krankheitsverlauf oder gar einer unbemerkten Infektion können, unabhängig vom Alter, Betroffene von Long COVID sein.

Was genau ist Long COVID?

Unter Long COVID versteht man einen Sammelbegriff, welcher alle Symptome zusammenfasst, die länger als vier Wochen nach einer Infektion bestehen oder neu hinzukommen.

Eine akute Infektion mit dem Corona-Virus dauert im Normalfall bis zu vier Wochen. Bei rund 10-20% der COVID-Patient*innen halten die Symptome der Infektion jedoch länger als diese Zeitspanne an und fallen somit unter die Kategorie „Long COVID“.

Unterschieden wird zwischen insgesamt drei verschiedenen Krankheitsverläufen:

  • Akute COVID-19-Erkrankung: Symptome treten bis maximal vier Wochen nach Erkrankungsbeginn auf
  • Anhaltende COVID-19-Erkrankung: Symptome treten auch noch nach mehr als vier Wochen und bis zu maximal 12 Wochen nach Erkrankungsbeginn auf
  • Post-COVID-Syndrom: Symptome treten länger als 12 Wochen nach Beginn einer Erkrankung mit dem Corona-Virus auf, oder es entwickeln sich sogar neue Symptome

Long COVID ist der Überbegriff für die anhaltende COVID-19-Erkrankung und das Post-COVID-Syndrom. Der Schweregrad der Infektion hat auf Long COVID übrigens keinen Einfluss, auch Personen, die gar keine oder milde Symptome während der Krankheit zeigen, können betroffen sein.

Welche Symptome treten bei Long COVID auf?

Bei Long-COVID können mehr als 100 verschiedene Symptome auftreten. Einerseits kann die körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigt, andererseits die Lebensqualität und Funktionsfähigkeit stark eingeschränkt werden.  

Da die Symptome bei Long COVID Patient*innen völlig unterschiedlich sein können, gibt es bisher noch kein einheitlich definiertes Krankheitsbild. Aufgrund fehlender Studien und Erfahrungswerte, ist es für Ärzt*innen oft schwer, die Symptome der Kategorie „Long COVID“ zuzuordnen.

Krank // Long Covid
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Was sind die häufigsten Beschwerden von Long COVID?

  • Fatigue Syndrom
    • dauerhaft anwesender und krankhafter Erschöpfungszustand, welcher bereits sehr leichte körperliche oder geistige Tätigkeiten schwerfallen lässt. Vor allem Frauen scheinen von Fatigue überdurchschnittlich stark betroffen zu sein.
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Eingeschränkte Belastbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit / Atembeschwerden
  • Schlafstörungen
  • Depressive Verstimmung, Depressionen

Ebenso wird von Haarausfall, Herzrasen bzw. Herzstolpern und Brustschmerzen berichtet. Die meisten der Betroffenen sind in ihrem alltäglichen Leben langfristig massiv eingeschränkt und werden auch Monate nach Beginn der Krankheit ihrem eigentlichen Leistungsniveau nicht wieder gerecht.

Wer ist betroffen und besonders gefährdet?

Betroffen sind rund 10-20% der COVID-19 Patient*innen, unabhängig von Alter, Vorerkrankungen, milden oder starken Krankheitsverläufen.

Obwohl jeder von Long COVID betroffen sein kann, gibt es bestimmte Faktoren, die Langzeitfolgen begünstigen können. Personen, die einen sehr schweren Krankheitsverlauf hatten, leiden häufiger an Langzeitfolgen als Personen, die durch einen eher milderen Krankheitsverlauf begünstigt waren. Auch hohes Alter, Übergewicht sowie Vorerkrankungen bei Herz und Lunge können die Chance, an Long COVID zu erkranken, erhöhen.

Wie lässt sich Long COVID vermeiden?

Bis dato sind nur wenige Vorbeugemaßnahmen von Long COVID bekannt. Um sich jedoch bestmöglich vor einer schweren Infektion zu schützen, die Long COVID begünstigen könnte, sind die Corona-Schutzimpfungen sowie die Einhaltung empfohlener Schutzmaßnahmen die beste Möglichkeit, die Gefahr von Long COVID zu minimieren.

Oftmals wird von einer Durchseuchung gesprochen, um eine sogenannte Herdenimmunität zu bewirken und dadurch möglichst viele Menschen indirekt vor einer Infektion zu schützen.

Was ist Herdenimmunität?

Von einer Herdenimmunität spricht man, wenn ungeimpfte Menschen indirekt, durch die Impfung, oder Genesung von anderen vor einer Infektion geschützt werden. Man geht davon aus, dass in etwa 80 Prozent der Bevölkerung genesen oder geimpft sein müssen, um diese Immunität zu erreichen.

Mithilfe einer Durchseuchung könnte eine Herdenimmunität zwar erreicht werden, vergessen wird dabei jedoch auf die 10-20% der Infizierten, die sogar bei einem milden oder gar keinem Krankheitsverlauf Betroffene von Long COVID sein können. Daher ist eine Durchseuchung bezüglich Long COVID nicht die ideale Lösung.

Impfen lassen in Wien?

In der Stadt Wien kannst du dich übrigens an vielen verschiedenen Standorten, oft auch ohne Termin impfen lassen. Mehr Infos zur Impfung findest du auf der Impfservice Seite der Stadt Wien.

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Wohin kann man sich als Betroffene*r wenden?

Wenn du oder jemand in deinem näheren Umfeld denkt, Betroffene*r von Long COVID zu sein, ist deine Hausärztin/ dein Hausarzt die beste erste Anlaufstelle. Um sich darüber hinaus mit anderen Betroffenen auszutauschen oder um mehr Informationen über Long COVID in Österreich herauszufinden, wurde der Verein und die Betroffeneninitiative „Long Covid Austria“ ins Leben gerufen. Hier findest du auch die aktuellsten News, Hilfestellungen und Erfahrungsberichte über Langzeiterkrankungen.

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Dieser Gastartikel wurde von Madeleine verfasst 🙂